Was ist Schmerz? Warum empfinden wir Schmerzen?

Was ist Schmerz?

Schmerz – so die wissenschaftliche Übereinkunft heute – ist ein komplexer und sehr ausgefeilter Schutzmechanismus unseres Körpers bzw. unseres Gehirns, der meistens unser Verhalten ändern soll: „Nimm die Hand von der heißen Herdplatte!“ „Belaste dieses Gelenk nicht noch mehr!“ „Geh zum Arzt!“ usw. Solche Schmerzen sind ein sinnvolles Warnsignal. Sie treten abrupt auf und verschwinden wieder, wenn das Problem beseitigt, die Wunde zum Beispiel verheilt ist. Mitunter treten Schmerzen aber auch chronisch und ohne konkreten Grund auf.

Wichtiges in Kürze

  • Schmerz ist meist ein wichtiges Signal unseres Körpers.
  • Schmerzen entstehen meist durch Reizung spezieller Schmerzrezeptoren.
  • Andere Arten von Schmerz entstehen durch Reizung von Nerven oder ohne organische Ursache (psychosomatisch).
  • Chronische Schmerzen können auch aus einer Fehlfunktion des Schmerzsystems resultieren.
  • Das Gehirn kann das Schmerzempfinden verstärken, abschwächen oder vollständig unterbinden.

Wozu dient Schmerz? Wozu ist Schmerz gut?

Schmerz ist zwar meistens unangenehm, trotzdem ist Schmerz oft ein sehr wichtiges Signal, mit dem Ihnen Ihr Körper sagt: „Mit mir stimmt etwas nicht, Du solltest etwas unternehmen.“ Erstaunlicherweise gibt es ein paar Dutzend Menschen weltweit, die aufgrund einer Krankheit (der Analgesie) keinerlei Schmerz empfinden. Als Kinder erleiden diese Patienten ständig Verletzungen und Knochenbrüche (die sie natürlich nicht spüren). Daran sieht man, wie wichtig Schmerz offensichtlich auch zum richtigen Erlernen der Bewegungen ist, zum Zusammenspiel der Gelenke. Ein Leben ganz ohne Schmerz ist also nicht erstrebenswert.

Schmerzen-am-Körper

Wenn Schmerz sinnvoll ist, warum dann ein Schmerzmittel?

Schmerz ist ein wichtiges Warnsignal. Sobald wir aber den Grund für das Warnsignal kennen, kann es sinnvoll sein, den Schmerz durch ein Schmerzmittel abzuschalten. Manchmal gibt es auch gar keinen realen Grund für den Schmerz. Das trifft häufig bei chronischen Schmerzen zu oder zum Beispiel bei den sogenannten Phantomschmerzen, wenn das schmerzende Körperteil gar nicht mehr vorhanden ist.

Die Meldungen des Schmerzsystems bei solchen Erkrankungen haben oft keinen physiologischen Sinn, sie sind nur belastend und ärgerlich. Auch dann ist ein Schmerzmittel sinnvoll, um den Schmerz abzuschalten, denn im Laufe der Zeit können chronische Schmerzen unsere Lebensqualität, unsere Arbeitsfähigkeit und unser Schlafverhalten sehr beeinträchtigen. Chronische Schmerzen sollten unbedingt ärztlich kontrolliert und behandelt werden.

Wie entsteht Schmerz?

Es gibt mehrere Arten, wie Schmerzen entstehen können (siehe unten). Die häufigste und am besten verstandene Art ist der Schmerz, der durch so genannte „Schmerzrezeptoren“ entsteht (nozizeptiver Schmerz). Diese „Gefahrendetektoren“ (medizinisch „Nozizeptoren“) sind fast überall in den Geweben verteilt und dienen als Schmerzfühler des Gehirns.

Diese Gefahrenrezeptoren sind unsere erste Verteidigungslinie, die Wachposten. Wenn sich in ihrer Umgebung das Gewebe plötzlich verändert – es verletzt wird, sich plötzlich stark erwärmt, stark gequetscht, gezogen oder geklemmt wird –, dann senden diese Rezeptoren neuronale Signale ins Gehirn. (Die elektrischen Signale der Schmerzfasern sind an sich neutral, erst das Gehirn wandelt sie je nachdem in Schmerzempfindung um.)

Aus den Signalen schließt das Gehirn, welcher Körperteil wie stark betroffen ist, und meldet dort Schmerzen. Die Schmerzen entstehen also im Gehirn, und nicht an den Orten, an denen wir sie empfinden. Das ist der Grund dafür, warum es Phantomschmerzen gibt und warum psychische Faktoren unsere Schmerzempfindung entscheidend beeinflussen können. Warum wir zum Beispiel den einen Schmerz als unerträglich, den anderen vielleicht sogar als angenehm empfinden.

Nozizeptoren

Was sind Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren)?

Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren)

Nozizeptiver Schmerz entsteht durch Reizung von spezialisierten Nervenfasern des Schmerzsinnessystems. Die Enden dieser Fasern, die Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) reagieren auf potentiell gefährliche Änderungen in

  • Temperatur,
  • chemischem Milieu (Verletzungen, Verätzungen, Entzündungen),
  • Druck (Dehnung, Stauchung).

Solche Rezeptoren sitzen in der Haut, den Muskeln, Knochen, den inneren Organen. Nur die Leber und das Gehirn selbst haben keine Nozizeptoren und sind daher schmerzunempfindlich. Durch Entzündungen werden die Schmerzrezeptoren übersensibel und können auch auf Situationen regieren, die eigentlich unproblematisch sind.

Wie wird Schmerz verarbeitet?

Bei Reizung der Nozizeptoren (z.B. Verletzung) leiten spezielle Nerven, so genannte Schmerzfasern, elektrische Signale über das Rückenmark ins Gehirn. Bereits auf dem Weg dorthin können diese Signale vom Gehirn stark beeinflusst werden. Das bezeichnet man als Schmerzmodulation. Wenn das Gehirn nach Auswertung aller Informationen zu der Schlussfolgerung kommt, dass die Situation wirklich gefährlich ist, wird das Schmerzsystem empfindlicher. Wenn das Gehirn zu dem Schluss kommt, dass die Situation nicht bedrohlich ist, wird das System unempfindlicher, die Schmerzübertragung wird abgeschwächt oder sogar ganz blockiert. Vollständig blockiert wird der Schmerz zum Beispiel in Extremsituationen (Schock) oder als Effekt mancher meditativer Praktiken.

Die Schmerzwahrnehmung des Gehirns ist also immer eine „bestmögliche Schätzung“, die zwar meistens korrekt ist, aber nicht immer. Zum Beispiel dann, wenn wir Schmerzen im Bein spüren, das eigentliche Problem aber in der Wirbelsäule liegt. Schmerzrezeptoren, Schmerzfasern und Gehirn arbeiten zusammen wie ein sehr leistungsfähiger Computer. Manchmal kann dieses Computersystem Fehler machen. Dies kann zu chronischen oder anhaltenden Schmerzen führen, die nur schwer zu beheben sind.

Im Folgenden finden Sie mehr Informationen welche Arten von Schmerz es gibt.

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